Mittwoch, 30. Januar 2008

Fatale Fehldiagnose "COPD-Exazerbation"

MMW, 29.01.2008

Fatale Fehldiagnose "COPD-Exazerbation"
Klagt ein Patient mit COPD über eine plötzliche Zunahme der Dyspnoe, denkt man zunächst an eine Exazerbation. Häufig eine Fehldiagnose, wie Studienergebnisse zeigen.


Plötzliche Atemnot bei COPD: Hier war die Ursache eine multiple Lungenembolie / Fotoquelle: H. S. Füeßl
Bei 148 COPD-Patienten, die wegen vermeintlicher schwer-
gradiger Exazerbation inten-
sivmedizinisch überwacht wurden, fand sich nach einer sorgfältigen klinischen und echokardiografischen Untersuchung in 31% eine akute Linksherzinsuffizienz, in weiteren 14% der Fälle wurde eine zusätzliche kardiale Ursache diskutiert.

In einer anderen Studie fand sich bei 43 von 197 Patienten mit vermuteter Exazerbation einer COPD eine Lungenem-
bolie als Ursache der plötz-
lichen Atemnot. Risikofakto-
ren waren vorausgegangene thromboembolische Ereig-
nisse, eine maligne Grunder-
krankung und ein pCO2-Abfall von mindestens 5 mmHg.

"Diese Studien belegen, dass bei COPD-Patienten eine relativ häufige Komorbidität mit Linksherzinsuffizienz und Lungenembolie besteht", so PD Dr. Martin Kohlhäufl, Gerlingen. Um die eigentliche Ursache der "Exazerbation" nicht zu übersehen, sollte bei allen COPD-Patienten mit plötzlicher Zunahme der Dyspnoe eine kardiologische Diagnostik inklusive EKG und Farbdopplerecho erfolgen.

Autor: Dr. med. Peter Stiefelhagen

Quelle: Internisten-Update, Wiesbaden, 23.–24. November 2007 (Veranstalter: Med Update)

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