S.g. Kollegen,
im Internet fand ich folgenden Vorschlag zur Information an unsere Patienten:
Liebe Patientinnen, liebe Patienten!
Die Folgen der Gesundheitspolitik machen leider auch vor unserer Praxis nicht Halt.
Bisher bekamen wir niedergelassenen Hausärzte in Rheinland-Pfalz etwa ? € pro Monat pro Kassenpatient ausgezahlt. Egal ob es sich bei der Behandlung um einen banalen Schnupfen handelte oder um einen krebskranken Patienten mit vielen Hausbesuchen.
Zum Vergleich die Bezahlung für einen Hund beim Tierarzt (gemäß
Gebührenordnung für Tierärzte):
● Allgemeine Untersuchung mit Beratung 24,70€
● jede weitere Untersuchung bei gleicher Erkrankung 19,99€
● Hausbesuch aus der Praxis heraus 47,04€
Mögliche Schlußfolgerung: Sie sind Ihrer Krankenkasse weniger wert als ein Hund.
Für das Jahr 2008 wissen wir niedergelassenen Kassenärzte, daß wir weniger Honorar für die gleiche Leistung bekommen werden.
Im Rahmen der neuen Honorarreform für Ärzte, die ab dem 1. Januar 2008
gültig wird, bekommen wir niedergelassenen Hausärzte nur noch zwei Konsultationen pro Patient im Quartal bezahlt.
Jeder weitere Arztkontakt wird nicht mehr bezahlt!
Die Flatrate Ihrer Krankenkasse erlaubt keine wunschgemäße, individuelle und alles umfassende Patientenbetreuung!
Ich sehe mich daher gezwungen, für meine Praxis folgende Regelung einzuführen, die ab
sofort Gültigkeit hat:
● jedem Kassenpatienten stehen zwei Arztkontakte im Quartal zu.
● Jeder dritte und weitere Kontakt muss – sofern er nicht von mir persönlich geordnet wurde – zuvor telephonisch angemeldet werden.
● Telephonisch wird darüber entschieden, ob es sich hierbei um einen akuten und
lebensbedrohlichen Notfall handelt. Dieser wird sofort behandelt.
● Sämtliche weitere Konsultationen werden nach strenger vorheriger Selektion auf
Terminbasis festgelegt.
● Patienten mit Dritt- oder Mehrfachkontakte, die unangemeldet in der Praxis erscheinen und keine Notfälle sind, werden nicht behandelt und bekommen einen Termin.
Dieses ist für Sie persönlich politisch so gewollt. Genauso wie die Tatsache, dass z.B. im Land Brandenburg mittlerweile 200 Ärzte händeringend gesucht werden, wohingegen 16.000 deutsche Ärzte lieber im Ausland arbeiten. Ein Medizinstudienplatz kostet den Steuerzahler etwa 50.000 Euro.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Krankenkasse oder an Frau Dreyer (SPD), die Gesundheitsministerin des Landes Rheinland-Pfalz.
Ich danke für Ihr Verständnis!
Mfg
Frank Neßler
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